7 Wege zu Bildvorlagen ohne Copyright-Probleme

Felszunge in der Brandung

Nachdem ich immer wieder mal gefragt werde, wie ich zu meinen Bildvorlagen komme, heute ein paar Möglichkeiten aufgeschrieben. Ich selbst nehme am liebsten die Varianten 1, 2, 3 und 4.

1. eigene Fotos machen (Urlaub, Spaziergang, Ausflug, Gegenstände, interessante Sichtweisen…)

plus:
– schult das Auge und die Fähigkeiten zur Bildkomposition
– auf jeden Fall verletzt man nicht das Copyright von anderen Fotografen (wg. Persönlichkeitsrechten muß man halt selbst schauen)
– Qualität abhängig vom eigenen Können – könnte auch ein Nachteil sein

minus:
– Qualität abhängig vom eigenen Können – wenn kein Auge für gute Motive, dann ist es Essig mit einfach verwendbaren Vorlagen
– nicht immer Kamera oder Telefon dabei
– kann zu einem Speicherplatzproblem führen
– kann zu einem Ordnungs- bzw. Systemproblem im Sinn von Wiederfinden führen – selbst an der Nase nehmen und gleich einsortieren; Schlagworte verwenden (hab ich selbst noch nicht ausprobiert)
– manche Motive gehen selbst einfach nicht (Vollmond, Vulkanausbruch, Eisberge, Wüste… für mich persönlich außer Reichweite)

2. draußen eigene Ansichten finden und zeichnen oder malen

plus:
– schult das Auge, die kompositorischen Fähigkeiten und die Geschwindigkeit
– bringt ein bißchen Abenteuer ins Leben
– definitiv kein Copyright-Thema
– man lernt unglaublich viel dazu, vor allem im Vereinfachen und in der Geschwindigkeit

minus:
– Wind und Wetter
– Zeit / Wegzeit (nix mit einer halben Stunde in der Früh für eine Landschaft so nebenbei)
– für viele Motive nicht praktikabel – Eisberge, Wüste, Vulkanausbruch oft nicht erreichbar

3. Ausschnitt eines gefundenen Fotos oder Zeitschriftenbild, neu angeordnet, verfremdet

nicht ausschließlich gespiegelt oder mit anderer Farbstimmung, sondern deutlich verändert und verfremdet.

plus:
– einfach
– schnell
– schult kompositorische Fähigkeiten

minus:
– es geht oft recht schnell, daß man zu ähnlich wird

4. zusammengestellt aus mehreren Vorlagen nach eigener Skizze, Fotos nur für Teile oder Stimmung

Ein eigenes Video für die Entstehung eines meiner Bilder, bei dem ich das so zusammenkomponiert habe, findet ihr hier. (Eisberge)

plus:
– kein Copyright-Thema
– komplett eigener Entwurf, dann erst Fotos dazu als Referenzen
– nicht nötig, allzugenau passende Fotos zu finden weil immer nur für Teilbereiche

minus:
– Zeitaufwand
– verzetteln
– Speicherplatz / Ordnung
– ev. Ausdruck nötig; die Arbeitsplatzanordnung mit Fotos am Bildschirm und zusätzlichen Ausdrucken kann etwas mühsam sein


5. den Copyright-Eigentümer um Erlaubnis fragen, am besten schriftlich

Ich habe vor einiger Zeit den Betreiber eines befreundeten YouTube-Channels, der recht interessante Gebäudeansichten filmt, gefragt, ob ich Videostills als Bildvorlagen nehmen darf mit entsprechender Namensnennung – er hat mir dazu sein ok gegeben.
Bis jetzt habe ich das noch nicht verwendet, aber wenn mir die Ideen ausgehen sollten, ist das eine gute Möglichkeit. Am besten macht man sowas schriftlich, sicher ist sicher!

plus:
– vielleicht bereits ein fertiger Bildausschnitt

minus:
– Videoqualität macht Bildqualität
– Zeitaufwand um ein Filmstill zu finden ODER Speicherplatz/Ordnungsproblem

6. Fotos mit entsprechender Lizenz für freie Nutzung

Mit z. B. Creative Commons Zero – Lizenz (verwendbar ohne Namensnennung) oder Attribution License (mit Namensnennung) Es gibt eine Menge toller Seiten dazu. Am besten immer ganz genau die Bedingungen lesen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

plus:
– tolle Fotos verfügbar, oft gut beschlagwortet
– fertige Vorlagen

minus:
– kann unkreativ sein
– Speicherplatz / Zeitthema
– es kann sein, daß jemand anderer später dasselbe Motiv komplett wiedererkennbar ebenfalls malt. Das würde mich persönlich nerven, weil man dann glauben könnte, daß es abgeschaut ist oder es sich um ein geklautes Foto handelt

7. selbst ausdenken – eine Weiterführung von Möglichkeit Nr. 4

Für mich persönlich funktioniert das momentan noch nicht, vielleicht irgendwann später.

plus:
– eigenes Hirn und Vorstellungsvermögen hat man immer dabei
– wenn man es kann, ist es angeblich einfach und schnell
– definitiv kein Copyright-Thema

minus:
– kann zu unrealistischen Bildern führen (Bewegungsabläufe, Proportionen…)
– ich persönlich finde es schwierig bis unmöglich

Grundsätzlich gilt: für eigene Übungszwecke kann man alles und jeden und die berühmtesten Fotos nachmalen, für persönliche Zwecke ist das vollkommen legal. Aber sobald man das ins Netz stellt, für eine Ausstellung verwendet, für irgendwas anderes nimmt, wo das Bild von anderen gesehen wird, wird es problematisch.
Natürlich will man – grade am Anfang – gelungene Sachen auch zeigen, das ist dann eben nicht möglich.

Fan-Art ist ein Grenzfall; wenn man diese deutlich als solche kennzeichnet, kann man die Bilder im Portfolio schon zeigen, aber damit in irgendeiner Form Geld verdienen geht nicht.
Und mit Rechtsanwälten von Leuten, die sich in ihren Eigentums- oder Urheberrechten verletzt sehen, will man sich im Zweifelsfall sicher nicht herumschlagen.

Also am besten von vorneherein vermeiden, die Rechte anderer zu berühren.

Dazu gibt es auch ein Video auf meinem YouTube-Kanal:

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Veröffentlicht von karinabunt

in Wien lebende Malerin, Zeichnerin, Illustratorin - mein Lieblingsthema sind Lebensräume, Utopien und in Landschaften ausgedrückte Stimmungen

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