See mit Säule (Landschaft Nr. 90)

Eine friedliche Ansicht einer ruhigen Wasserfläche – mit einer eigenartigen Säule im Vordergrund, ein wenig unklar was das sein soll: am liebsten mag ich solche Gegenden, die eine kleine Geschichte andeuten und ein paar Fragezeichen offen lassen 🙂

Es ist ein Video über die Entstehung einer weiteren meiner Gouache-Landschaften, diesmal die Nr. 90 aus meiner Serie „100 Landschaften in Gouache“ (Link Youtube-Video Skizzenbuchtour Nr. 3)

Für den Überblick über die ganze Serie gibt es eine eigene Seite auf meinem Blog, nämlich hier. Auch wenn ich hier nicht alle 116 Stück in eine Galerie packen konnte, das war für die Seitenvorlage irgendwie zu viel. Aber immerhin 109 sind sich ausgegangen 🙂

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Gastbeitrag der Initiative „Zukunft Stadtbaum“

Da mir das Baumschutz-Thema in der Stadt ein großes Anliegen ist, veröffentliche ich hier heute einen Text von Klaus Wechselberger von der Initiative „Zukunft Stadtbaum

Vierdimensionalität eines Baumes

Standfestigkeit ist für dich und mich genauso wichtig wie für einen Baum.

Höchenwachstum, Höhenwuchs, himmelwärts, chlorophylgrün bis bunt, erstaunlich, wie hoch Bäume wachsen können. Bezogen auf Menschenwesen, Größe erreichen, großartig sein, muss keine Frage der Körpergröße, sondern der des freien Geistes sein.

Ausdehnung, Streben der starken Äste, graziler Zweige, formenreicher Blätter in den Raum, Baumkronengefühle – die Arme ausgestreckt, sich drehen nach allen Seiten.

Das Unsichtbare, Energieflüsse, Atem der Bäume im Takt des Mondes – Irrealität, Mystik?

Messbares ist erfassbar, manches bleibt geheimnisvoll…“

Baumbegegnungen – Baumrettungen

Die Vieldimensionalität eines Baumes ausdrucksstark auf eine weiße Leinwand zu bekommen ist eine besondere Kunst. Ein bleibendes, Freude spendendes Bild.

Es sind die einprägsamen Formen der (Stadt)Bäume, die Aufmerksamkeit erwecken. Heute meist wenig beachtet, in Allen, straßenbegleitend, Kulisse für eilig Dahinstrebende. Früher sakrale Kultobjekte, BedeutungsträgerInnen, an ausgewählten Plätzen, Wege prägend. Imposante Exemplare von Rosskastanien, über Linden zu den aussergewöhnlichen Platanen, ausgestattet mit unterschiedlichsten Borken, glatt, blättrig, rissig, mit allen Wetterlagen und Jahreszeiten im Einklang oder Widerstand. Regen aufsaugend oder Sturm trotzend, durch lebendigem Boden gestärkt.

Aber wenn die „Baumfreunde“ Stück für Stück an Astwerk verlieren, neigt sich der Lebenszyklus im überwältigenden, luftzerschneidenden Verkehrsgeschehen vorzeitig dem Ende zu.

Erst ihr Verschwinden erregt Aufmerksamkeit – begleitet vom unheilvollen Gekreische der Motorsäge, fallen einzelne oder oft ganze Reihen ihrer unterschiedlichen Arten. Verloren sind Kühlung, Schattenspende, Reste von Walderinnerungen. Bleibt vorerst die Hoffnung einer baldigen Nachpflanzung. Fehlt es aber an stadtpflegerischer Aufmerksamkeit kann eine versäumte Baum-Chance zur Leerstelle werden. Das will ich zumindest nicht!

Manch, vielleicht ins Herz geschlossener, Baum kann bei genauer Überprüfung oder sogar viele Bäume, bei Abwendung zu groß angelegter Vorhaben gerettet werden. Wie fast immer liegt es an uns Menschen, zu handeln.“

Bedeutung

„UnterstützerInnen der Initiative Zukunft Stadtbaum haben vielschichtige Sichtweisen über Bäume. Deren ökologische Bedeutung steht für sie außer Streit und wird daher bei vielen persönlichen, sowie öffentlichen  Entscheidungen der  verantwortungsvollen Ressourcennutzung, des Bodenverbrauchs und eines überzogenen Mobilitätswahnsinns mit gedacht und auch VerantwortungsträgerInnen in Politik und Wirtschaft nahe gebracht.“

Alle drei Texte stammen von Klaus Wechselberger, Initiative „Zukunft Stadtbaum

Webseite „Zukunft Stadtbaum

Traumbaum, Illustration von Karina Bunt (2020)

Für alle Gastbeiträge gilt wie immer: Es handelt sich um die Meinung des Verfassers und nicht die der Bloginhaberin.

Wüste Bildentstehung mit Kommentar

Ein weiteres kürzlich entstandenes Bild mit einem Wüstenmotiv, das ich mir schon dreimal im Postkartenformat vorbereitend in Gouache und Öl vorgenommen habe. Dazu kommentiere ich den hier nicht detailliert durchüberlegten und eher spontanen Entstehungsprozess.

#arbeitsprozess #malerei #paintingprocess #oilpainting #desertpainting

7 Wege zu Bildvorlagen ohne Copyright-Probleme

Nachdem ich immer wieder mal gefragt werde, wie ich zu meinen Bildvorlagen komme, heute ein paar Möglichkeiten aufgeschrieben. Ich selbst nehme am liebsten die Varianten 1, 2, 3 und 4.

1. eigene Fotos machen (Urlaub, Spaziergang, Ausflug, Gegenstände, interessante Sichtweisen…)

plus:
– schult das Auge und die Fähigkeiten zur Bildkomposition
– auf jeden Fall verletzt man nicht das Copyright von anderen Fotografen (wg. Persönlichkeitsrechten muß man halt selbst schauen)
– Qualität abhängig vom eigenen Können – könnte auch ein Nachteil sein

minus:
– Qualität abhängig vom eigenen Können – wenn kein Auge für gute Motive, dann ist es Essig mit einfach verwendbaren Vorlagen
– nicht immer Kamera oder Telefon dabei
– kann zu einem Speicherplatzproblem führen
– kann zu einem Ordnungs- bzw. Systemproblem im Sinn von Wiederfinden führen – selbst an der Nase nehmen und gleich einsortieren; Schlagworte verwenden (hab ich selbst noch nicht ausprobiert)
– manche Motive gehen selbst einfach nicht (Vollmond, Vulkanausbruch, Eisberge, Wüste… für mich persönlich außer Reichweite)

2. draußen eigene Ansichten finden und zeichnen oder malen

plus:
– schult das Auge, die kompositorischen Fähigkeiten und die Geschwindigkeit
– bringt ein bißchen Abenteuer ins Leben
– definitiv kein Copyright-Thema
– man lernt unglaublich viel dazu, vor allem im Vereinfachen und in der Geschwindigkeit

minus:
– Wind und Wetter
– Zeit / Wegzeit (nix mit einer halben Stunde in der Früh für eine Landschaft so nebenbei)
– für viele Motive nicht praktikabel – Eisberge, Wüste, Vulkanausbruch oft nicht erreichbar

3. Ausschnitt eines gefundenen Fotos oder Zeitschriftenbild, neu angeordnet, verfremdet

nicht ausschließlich gespiegelt oder mit anderer Farbstimmung, sondern deutlich verändert und verfremdet.

plus:
– einfach
– schnell
– schult kompositorische Fähigkeiten

minus:
– es geht oft recht schnell, daß man zu ähnlich wird

4. zusammengestellt aus mehreren Vorlagen nach eigener Skizze, Fotos nur für Teile oder Stimmung

Ein eigenes Video für die Entstehung eines meiner Bilder, bei dem ich das so zusammenkomponiert habe, findet ihr hier. (Eisberge)

plus:
– kein Copyright-Thema
– komplett eigener Entwurf, dann erst Fotos dazu als Referenzen
– nicht nötig, allzugenau passende Fotos zu finden weil immer nur für Teilbereiche

minus:
– Zeitaufwand
– verzetteln
– Speicherplatz / Ordnung
– ev. Ausdruck nötig; die Arbeitsplatzanordnung mit Fotos am Bildschirm und zusätzlichen Ausdrucken kann etwas mühsam sein


5. den Copyright-Eigentümer um Erlaubnis fragen, am besten schriftlich

Ich habe vor einiger Zeit den Betreiber eines befreundeten YouTube-Channels, der recht interessante Gebäudeansichten filmt, gefragt, ob ich Videostills als Bildvorlagen nehmen darf mit entsprechender Namensnennung – er hat mir dazu sein ok gegeben.
Bis jetzt habe ich das noch nicht verwendet, aber wenn mir die Ideen ausgehen sollten, ist das eine gute Möglichkeit. Am besten macht man sowas schriftlich, sicher ist sicher!

plus:
– vielleicht bereits ein fertiger Bildausschnitt

minus:
– Videoqualität macht Bildqualität
– Zeitaufwand um ein Filmstill zu finden ODER Speicherplatz/Ordnungsproblem

6. Fotos mit entsprechender Lizenz für freie Nutzung

Mit z. B. Creative Commons Zero – Lizenz (verwendbar ohne Namensnennung) oder Attribution License (mit Namensnennung) Es gibt eine Menge toller Seiten dazu. Am besten immer ganz genau die Bedingungen lesen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

plus:
– tolle Fotos verfügbar, oft gut beschlagwortet
– fertige Vorlagen

minus:
– kann unkreativ sein
– Speicherplatz / Zeitthema
– es kann sein, daß jemand anderer später dasselbe Motiv komplett wiedererkennbar ebenfalls malt. Das würde mich persönlich nerven, weil man dann glauben könnte, daß es abgeschaut ist oder es sich um ein geklautes Foto handelt

7. selbst ausdenken – eine Weiterführung von Möglichkeit Nr. 4

Für mich persönlich funktioniert das momentan noch nicht, vielleicht irgendwann später.

plus:
– eigenes Hirn und Vorstellungsvermögen hat man immer dabei
– wenn man es kann, ist es angeblich einfach und schnell
– definitiv kein Copyright-Thema

minus:
– kann zu unrealistischen Bildern führen (Bewegungsabläufe, Proportionen…)
– ich persönlich finde es schwierig bis unmöglich

Grundsätzlich gilt: für eigene Übungszwecke kann man alles und jeden und die berühmtesten Fotos nachmalen, für persönliche Zwecke ist das vollkommen legal. Aber sobald man das ins Netz stellt, für eine Ausstellung verwendet, für irgendwas anderes nimmt, wo das Bild von anderen gesehen wird, wird es problematisch.
Natürlich will man – grade am Anfang – gelungene Sachen auch zeigen, das ist dann eben nicht möglich.

Fan-Art ist ein Grenzfall; wenn man diese deutlich als solche kennzeichnet, kann man die Bilder im Portfolio schon zeigen, aber damit in irgendeiner Form Geld verdienen geht nicht.
Und mit Rechtsanwälten von Leuten, die sich in ihren Eigentums- oder Urheberrechten verletzt sehen, will man sich im Zweifelsfall sicher nicht herumschlagen.

Also am besten von vorneherein vermeiden, die Rechte anderer zu berühren.

Dazu gibt es auch ein Video auf meinem YouTube-Kanal:

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Mein Arbeitsprozess oder Bildentstehung Schritt für Schritt

Ein Video zum Thema findet Ihr am Ende des Beitrags!

Ein wichtiger Anteil an der Entstehung meiner Bilder ist in den allermeisten Fällen der Arbeitsprozess, der nach spontanen Einfällen, bei Aufträgen oder anderen geplanten Arbeiten meistens ähnlich abläuft.

#arbeitsprozess #malerei #paintingprocess #paintingadvice #schrittfürschritt

Daumennagelskizzen und Tonwerte am Anfang, um festzulegen, was wichtig ist

Beginn ist immer eine Vorstellung in meinem Kopf, danach folgen kleine, ungefähr briefmarkengroße Skizzen mit Bleistift (sogenannte Thumbnails). Nachdem die erste Idee zumeist nicht die Beste ist, folgt normalerweise eine ganze Serie von verschiedenen Skizzen, in denen ich Bildinhalt, Bildaufteilung und alles was mir inhaltlich sonst noch wichtig ist, kläre und festlege.

Als nächsten Schritt werden die Tonwerte, also die unterschiedlichen Helligkeiten und Dunkelheiten in einer gleich großen Thumbnail-Skizze ausprobiert, meistens auch hier verschiedene Möglichkeiten in möglichst wenig Abstufungen damit es einfach bleibt. Oft macht es einen wesentlichen Unterschied, an welchen Punkt des Bildes man zuerst schaut und wohin der Blick wandert, wenn der Bildgegenstand hell vor dunkel ist oder dunkel vor hell.

Zur Veranschaulichung zwei Varianten aus meinem Inktober-Projekt 2020:
Inktober 2020 zwei Varianten Enwrürfe
Fineliner auf Papier, 15x20cm (2020)

links dunkel vor hell, rechts hell vor dunkel – der Unterschied in der Wirkung ist groß

Farbskizzen machen und Bildgröße festlegen

Als nächster Schritt folgen normalerweise Farbskizzen im selben Format, um die anhand der Tonwertskizze entschiedenen Helligkeiten mit Farbtönen zu unterlegen – weil es auch oft täuscht wie dunkel ein rotton tatsächlich wirkt im Gegensatz zur gedanklichen Vorstellung, die man davon hat. Zumindest mir geht es öfter so, daß ich an dieser Stelle mein Farbkonzept, das ich im Kopf hatte, nochmal adaptieren muß.

Referenzfotos suchen Bildgrund präparieren

Im Anschluss überlege ich mir das genaue Bildformat, also z. B. 20×30 oder doch 30×40 oder 40×60; das Seitenverhältnis, also din-Format, quadratisch, 16:9 und auch ob hoch- oder querformat, habe ich ja in den Daumennagelskizzen bereits geklärt.

Sollte der Malgrund noch in irgendeiner Art und Weise präpariert werden , ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür: Grundierungsschicht in neutralem grau, in warmem oder kühlem Farbton oder ganz weiß? Verschiedene Untergrundfarben machen unterschiedliche Bildwirkungen im Zusammenspiel mit den ausgewählten Farbtönen, auch bei deckenden Farbtönen, verstärkt natürlich bei halbtransparenten oder transparenten Farben.

Wenn das soweit klar ist, suche ich mir mehrere passende Referenzfotos für den Malprozess zusammen; meistens Zeitschriftenbilder aus meiner Vorlagenschublade (gefährliche Schublade, geht meistens über und ich finde nix mehr) und im Netz gefundenen Fotos – wobei es hier ganz wichtig ist, keine Urheberrechte zu verletzen, sprich immer nur Teile, Ausschnitte, Strukturen, Farbschemata etc. aus den einzelnen Fotos abzuleiten und diese nicht 1:1 herzunehmen. Copyright ist für uns Urheber sehr wichtig, daher unbedingt aufpassen!

Vorlagen immer variieren, nie nachmalen. Reines kopieren ist nur zu Lernzwecken sinnvoll

Aus dem Grund stelle ich mir meistens 4 bis 10 Fotos zusammen und baue mir aus meinen Skizzen und diesen Fotos mein Bild – das wird dann nie heikel mit den Rechten der anderen, und außerdem macht es mir unheimlichen Spaß, mich nie an „eine“ Vorlage halten zu sollen.

Das habe ich in zweien meiner Maltechnikkurse, als es darum ging, die Bilder alter Meister wie Rubens, Dürer, Tizian oder Botticelli nachzumalen, manchmal vermisst – denn ich hätte bei diesen Bildern manchmal andere Entscheidungen getroffen, wenn man aber Kopien macht, macht man Kopien – und hat keine Freiheiten in der Gestaltung. Das ist super um zu lernen, macht mir auf Dauer aber keine rechte Freude.

Dann richte ich mir meine Referenzfotos und Skizzen her, übertrage meine eigene Vorzeichnung oder zeichne gleich am Malgrund mit Kohle, Kreide oder Ölfarbe; das kommt völlig darauf an, was für eine Art Bild entstehen soll und wie exakt eine eventuell vorbereitete Zeichnung später wiedergegeben werden soll. Meistens zeichne ich in der Zwischenzeit mit einem nicht zu kräftigen Farbton gleich mit dem Pinsel.

Malen über Farbflächen oder von hinten nach vorne?

Eine bewährte Vorgehensweise ist, mit der hellsten oder der dunkelsten Farbe zu beginnen und grob die entsprechenden Flächen anzulegen, danach mit der entsprechend anderen weiter, dann nach und nach die Mitteltöne bis man die Flächen komplett gefüllt hat. Danach wieder und wieder mit neu angemischten Farbtönen über das ganze Bild gehen um Strukturen, Lichteffekte, Räumlichkeit herauszuarbeiten.

Das kann in einer oder mehreren Sitzungen stattfinden, je nachdem wie gut man vorankommt und wie groß auch das entsprechende Bild ist. Meistens brauche ich zwei bis vier Schichten, ganz selten wesentlich mehr.

Eine andere Methode ist, von hinten nach vorne zu malen – ein wenig wie Bob Ross, der ja auch immer mit dem Himmel begonnen und mit den Grashalmen im Vordergrund geendet hat. Und ja, ich finde man kann unheimlich viel von ihm lernen und nein, es ist mir egal daß viele Maler sich über ihn und seine super liebe Art und Weise, seine Bilder zu kommentieren, lustig machen. Happy little UFOs, jawoll!

Auch die vom Hintergrund zum Vordergrund-arbeiten-Methode kann man in mehreren Schichten anwenden, ich selbst gehe meistens bei kleineren Arbeiten oder bei meinen Gouache-Ansichten im Skizzenbuch so vor – am Ende ist es aber Tagesverfassung oder vom Motiv abhängig, wie ich beginne. Mittendrin die Methode zu ändern geht natürlich auch, ist aber nicht besonders effizient.

Wenn man mehrere Schichten an Ölfarbe übereinander malt, ist es anzuraten, die getrocknete Schicht der letzten Sitzung sehr dünn mit Malmittel zu versehen; das stellt die durch das Trocknen teilweise verloren gegangenen Kontraste wieder her (aus mir unbekannten Gründen trocknet dunkle Ölfarbe heller auf im Verhältnis zu heller Ölfarbe) was es einem ermöglicht, gut weiterzukommen, außerdem haftet die nächste Schicht besser.

Ohne diese Schicht wirkt z. B. Vandyckbraun getrocknet viel heller als derselbe, frisch aufgetragene Farbton. Das ist verwirrend und man neigt dazu, in der zweiten Schicht zu hell weiterzumalen. Am Ende kann es dann passieren, das das Bild fleckig wirkt weil es extrem schwierig bis unmöglich ist, den richtigen Farbton zu erwischen. Mit der besagten Malmittelschicht kann man sich das Leben deutlich vereinfachen.

großer Aufwand oder doch Zeitersparnis durch strukturierte Vorgehensweise?

Manche werden jetzt einwenden, daß so eine Vorgehensweise viel Aufwand ist bzw. viel Zeit benötigt und man ja alle diese erwähnten Entscheidungen über Tonwerte, Farben und auch Bildausschnitt auch während des Malens treffen könnte. Das mag schon sein, finde ich persönlich aber deutlich schwieriger und am Ende auch viel zeitaufwendiger. Auch halte ich es für nervenschonender, die Entscheidungen in einer für mich sinnvollen Reihenfolge zu treffen – weil wenn ich mittendrin draufkomme, daß quadratisch statt 16:9 doch besser wirken würde, kann ich von vorne anfangen 🙂

Mit meinem Arbeitsvorgang kann so etwas natürlich auch vorkommen, ist aber deutlich seltener! Diese Arbeitsweise kommt auch meinem Verständnis von Logik und Denkprozess nahe, da ich bei allen Tätigkeiten versuche, möglichst eins nach dem anderen zu tun und nicht fünf Sachen gleichzeitig, weil das mit dem Multitasking erfahrungsgemäß nicht besonders gut funktioniert.

Es hängt aber stark von der eigenen Persönlichkeit ab, vom eigenen Stil oder auch von Gewohnheiten, nicht alles funktioniert für jeden gleich gut oder für jeden Zweck. Auch für mich macht es einen Unterschied, ob ich ein spezielles Ergebnis haben will wie zum Beispiel den Turmbau im Sturm oder ob ich einfach drauflosmale weil ich grade eine Menge an Gebirgsfotos auf Pinterest gesehen habe (Skizzenbuchberge), die Vorgehensweise und das Ergebnis ist jeweils völlig unterschiedlich.

Mein heute beschriebener Arbeitsprozess ist effizient und zielsicher für alle die Gelegenheiten, bei denen ich ein bestimmtes Endergebnis entweder haben will oder brauche.

Eine Ausnahme vom beschriebenen Prozess ist – abgesehen von Spontaneitäten wie den oben verlinkten Skizzenbuchbergen – meistens dann gegeben, wenn ich ein selbst aufgenommenes Foto als Vorlage nehme, weil da die wesentlichsten Entscheidungen meistens bereits getroffen sind: Allenfalls Bildausschnitt und Farbtöne werden noch ein bißchen adaptiert, bevor es losgeht.

Und hier das am Anfang des Artikels erwähnte Video:

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Fertigstellung Staffelei mit weißen Farbschichten

im aktuellen Video zeige ich die Fertigstellung meiner Eigenbau-Studiostaffelei – nämlich insgesamt vier Schichten weiße Acrylfarbe, um den Holzton zu einem gebrochenen Weißton zu machen.

Erstens weil es mir so besser gefällt, zweitens um die Oberfläche gegen Farbe unempfindlicher zu machen und drittens, um mir beim Einschätzen von Farben leichter zu tun weil nicht mehr der Holzfarbton ablenkt.

tutorial #equipment #staffelei #diyeasel

Den ersten Teil des Videos mit dem Blogbeitrag und der Beschreibung des Staffeleibaus an sich findet ihr hier:

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