Serie „Pentaptychon multiple Morgen“

Die fünf für meine Verhältnisse mit 80x120cm großformatigen Arbeiten meiner Serie „Pentaptychon multiple Morgen“ kreisen um eine Frage, die mich seit einigen Jahren nicht mehr loslässt: Wie stabil ist die Welt noch, die wir für so selbstverständlich halten?

Ausgangspunkt ist eine ikonische Ansicht meiner Heimatstadt Leoben. Sie bildet den gemeinsamen Bezugspunkt aller fünf Bilder – eine Art Bühne, auf der sich unterschiedliche Zeit- und Zukunftsentwürfe entfalten.

Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukünfte stehen nebeneinander. Das Format des Pentaptychons erlaubt mir, diese Varianten wie aufgefächerte Möglichkeiten zu zeigen: nicht als lineare Erzählung, sondern als Nebeneinander von Szenarien.

Meine Malerei bleibt dabei bewusst gegenständlich und detailliert. Gerade die Präzision interessiert mich, weil sie das Gezeigte greifbar macht. Die Veränderungen, die ich darstelle, sind keine reinen Fantasien. Sie sind weitergedachte Entwicklungen: menschengemachter Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Flächenversiegelung, geopolitische Spannungen.

Dinge, die längst begonnen haben und deren Konsequenzen wir oft nur abstrakt wahrnehmen.

Einflüsse kommen aus ganz unterschiedlichen Richtungen. Meine Beschäftigung mit Baum- und Umweltschutzprojekten spielt ebenso hinein wie meine Faszination für Science-Fiction und Fantasy. Diese Mischung aus realer Erfahrung und spekulativem Denken eröffnet mir einen Raum, in dem ich durchspielen kann, was möglich – oder leider auch wahrscheinlich – ist.

In der Serie finden sich sehr unterschiedliche Bilder immer derselben Ansicht: die Vision einer weitgehend unberührten Landschaft, eine vielleicht etwas geschönte Gegenwart, aber auch Szenarien von Krieg, ungezügeltem Bauboom oder dem Versinken in den Hinterlassenschaften einer überhitzten Konsumgesellschaft. Immer bleibt die vertraute Stadtsilhouette erkennbar – und wird doch zum Experimentierfeld.

Es geht mir nicht um Katastrophenlust. Mich beschäftigt vielmehr die Frage nach Verantwortung und Handlungsspielraum. Wenn ich meine eigene Stadt male, wird das Globale persönlich. Die abstrakten Begriffe „Klimawandel“ oder „Ressourcenverbrauch“ bekommen einen konkreten Ort.

„Pentaptychon multiple Morgen“ versteht sich daher weniger als Prognose denn als Einladung: Die Zukunft ist nicht festgeschrieben. Zwischen Utopie und Dystopie liegt ein Raum, den wir mitgestalten. Meine Bilder sind der Versuch, diesen Raum sichtbar zu machen.

  • Ansicht der Stadt Leoben von Süden
  • Science Fiction und Giftmüll - Abbildung einer schrecklichen Utopie für die Zukunft meiner Heimatstadt Leoben

Veröffentlicht von karinabunt

Malerin und Illustratorin, in Wien und Leoben - mein Lieblingsthema sind Lebensräume, Utopien und in Landschaften ausgedrückte Stimmungen

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