Gastbeitrag der Initiative „Zukunft Stadtbaum“

Da mir das Baumschutz-Thema in der Stadt ein großes Anliegen ist, veröffentliche ich hier heute einen Text von Klaus Wechselberger von der Initiative „Zukunft Stadtbaum

Vierdimensionalität eines Baumes

Standfestigkeit ist für dich und mich genauso wichtig wie für einen Baum.

Höchenwachstum, Höhenwuchs, himmelwärts, chlorophylgrün bis bunt, erstaunlich, wie hoch Bäume wachsen können. Bezogen auf Menschenwesen, Größe erreichen, großartig sein, muss keine Frage der Körpergröße, sondern der des freien Geistes sein.

Ausdehnung, Streben der starken Äste, graziler Zweige, formenreicher Blätter in den Raum, Baumkronengefühle – die Arme ausgestreckt, sich drehen nach allen Seiten.

Das Unsichtbare, Energieflüsse, Atem der Bäume im Takt des Mondes – Irrealität, Mystik?

Messbares ist erfassbar, manches bleibt geheimnisvoll…“

Baumbegegnungen – Baumrettungen

Die Vieldimensionalität eines Baumes ausdrucksstark auf eine weiße Leinwand zu bekommen ist eine besondere Kunst. Ein bleibendes, Freude spendendes Bild.

Es sind die einprägsamen Formen der (Stadt)Bäume, die Aufmerksamkeit erwecken. Heute meist wenig beachtet, in Allen, straßenbegleitend, Kulisse für eilig Dahinstrebende. Früher sakrale Kultobjekte, BedeutungsträgerInnen, an ausgewählten Plätzen, Wege prägend. Imposante Exemplare von Rosskastanien, über Linden zu den aussergewöhnlichen Platanen, ausgestattet mit unterschiedlichsten Borken, glatt, blättrig, rissig, mit allen Wetterlagen und Jahreszeiten im Einklang oder Widerstand. Regen aufsaugend oder Sturm trotzend, durch lebendigem Boden gestärkt.

Aber wenn die „Baumfreunde“ Stück für Stück an Astwerk verlieren, neigt sich der Lebenszyklus im überwältigenden, luftzerschneidenden Verkehrsgeschehen vorzeitig dem Ende zu.

Erst ihr Verschwinden erregt Aufmerksamkeit – begleitet vom unheilvollen Gekreische der Motorsäge, fallen einzelne oder oft ganze Reihen ihrer unterschiedlichen Arten. Verloren sind Kühlung, Schattenspende, Reste von Walderinnerungen. Bleibt vorerst die Hoffnung einer baldigen Nachpflanzung. Fehlt es aber an stadtpflegerischer Aufmerksamkeit kann eine versäumte Baum-Chance zur Leerstelle werden. Das will ich zumindest nicht!

Manch, vielleicht ins Herz geschlossener, Baum kann bei genauer Überprüfung oder sogar viele Bäume, bei Abwendung zu groß angelegter Vorhaben gerettet werden. Wie fast immer liegt es an uns Menschen, zu handeln.“

Bedeutung

„UnterstützerInnen der Initiative Zukunft Stadtbaum haben vielschichtige Sichtweisen über Bäume. Deren ökologische Bedeutung steht für sie außer Streit und wird daher bei vielen persönlichen, sowie öffentlichen  Entscheidungen der  verantwortungsvollen Ressourcennutzung, des Bodenverbrauchs und eines überzogenen Mobilitätswahnsinns mit gedacht und auch VerantwortungsträgerInnen in Politik und Wirtschaft nahe gebracht.“

Alle drei Texte stammen von Klaus Wechselberger, Initiative „Zukunft Stadtbaum

Webseite „Zukunft Stadtbaum

Traumbaum, Illustration von Karina Bunt (2020)

Für alle Gastbeiträge gilt wie immer: Es handelt sich um die Meinung des Verfassers und nicht die der Bloginhaberin.

Veröffentlicht von karinabunt

in Wien lebende Malerin, Zeichnerin, Illustratorin - mein Lieblingsthema sind Lebensräume, Utopien und in Landschaften ausgedrückte Stimmungen

Ein Kommentar zu “Gastbeitrag der Initiative „Zukunft Stadtbaum“

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